Für mehr bezahlbaren Wohnraum: „Vermiete doch an deine Stadt“

Veröffentlicht am 05.07.2023 in Kommunalpolitik

Die Suche nach bezahlbarem Wohnraum ist mittlerweile zu einer essentiellen Frage unserer Zeit geworden. Bodenspekulationen sowie hohe Mieten führen dazu, dass man heutzutage fast ein Drittel des eigenen Einkommens für die Miete ausgibt. Vom Bau des eigenen Hauses mit hohen Grundstückspreisen, hohen Baukosten und energetischer Ausstattung auf der Höhe der Zeit ganz zu schweigen. Hier braucht es Lösungen auf allen Ebenen, um das Problem grundlegend anzugehen. In Groß-Umstadt, wo bereits verschiedene Lösungsansätze verfolgt werden, wird zukünftig auf Antrag der SPD eine weitere Möglichkeit genutzt: Die Initiative „Vermiete doch an deine Stadt“.

„Wir sind in der Stadt Viernheim auf diese Initiative gestoßen, die mit dem Projekt „Vermiete doch an die Stadt“ seit 5 Jahren mit sehr gutem Erfolg weiteren bezahlbaren Wohnraum erschließt. Die Stadt tritt gegenüber dem Vermieter als Vertragspartner auf, bezahlt die vereinbarte Miete und gibt die Mietkosten an die Untermieter weiter. Das wollen wir in Groß-Umstadt auch nutzen“, erläutert der SPD-Parteivorsitzende Dennis Alfonso Muñoz kurz und knapp das Konzept.

Die Vorteile des Konzepts liegen auf der Hand, wie die Stadtverordnete Peggy Pittner, Mitglied des Sozialausschusses, darlegt: „Damit wird das Risiko eines Mietausfalles bzw. von nicht bezahlten Mietschäden ganz einfach ausgeschlossen. Das ist bei Vielen ein Hauptgrund, weshalb vor einer Vermietung des eigenen Wohnraum zurückgeschreckt wird.“
Die Stadtverordnete Pia Eckert-Graulich, ihrerseits Mitglied des Bauausschusses, ergänzt: „Die Stadt ist in allen Belangen der Ansprechpartner für die Vermieter und insbesondere vor dem Hintergrund, dass viele Familien, aktuell auch viele Flüchtlingsfamilien aus der Ukraine, Wohnraum in Groß-Umstadt suchen und es immer schwieriger wird kostengünstig neu zu bauen, stellt dieses Konzept aktuell eine ideale Lösung für uns dar.“

Aufgrund des SPD-Prüfantrages wurden auf der vorletzten Sitzung des Ausschusses für Sozial- und Jugendangelegenheiten entsprechende Ergebnisse der Stadt Viernheim und der Stadt Weiterstadt vorgestellt, die auf große Zustimmung stießen. Deshalb änderte die SPD ihren Antrag dahingehend, dass der Magistrat nun damit beauftragt wird, dieses Konzept für Groß-Umstadt zu erstellen und dabei das Modell der Stadt Viernheim zu verfolgen. Entsprechende Angemessenheitsgrenzen zur Festlegung der Mietniveaus sollen außerdem in den zuständigen Ausschüssen für Sozial- und Jugendangelegenheiten sowie im Haupt- und Finanzausschuss vorgestellt und beraten werden sowie durch eine große Werbeaktion möglichst viel Aufmerksamkeit auf dieses Konzept zur Schaffung bezahlbaren Wohnraums gelenkt werden.

Auf der vergangenen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung schließlich ergab sich dann noch die Gelegenheit mit der FDP zusammenzugehen und einen weiteren Punkt hinzuzufügen: Hierbei soll das Projekt zunächst auf drei Jahre begrenzt werden, um zu prüfen, ob es in Groß-Umstadt zum Erfolg führt oder nicht. Dieser Antrag wurde sodann mit den Stimmen von SPD, Grünen und FDP beschlossen. „Wir freuen uns, dass diese Initiative zur Erschließung weiteren bezahlbaren Wohnraums eine Mehrheit gefunden hat und ganz besonders auch, dass wir uns über die Fraktionsgrenzen hinweg spontan zusammenschließen konnten. Das ist vorbildlich gelebte Zusammenarbeit und vor allem gut für Groß-Umstadt“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende Marvin Donig abschließend.

 
 

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