1919-1922

1919

Niederschlagung des Spartakusbundes


15. Januar 1919

Die Morde an Rosa Luxemburg (KPD) und Karl Liebknecht (KPD), in Folge ihrer Umsturzversuche, lösen schwere Unruhen und Aufstände aus. Gegen diese und gegen die Räterepubliken in einigen deutschen Großstädten setzt Gustav Noske (SPD) die Freikorps und Reichswehrverbände ein, um die gerade erst errungene Demokratie gegen weitere Umsturzversuche zu verteidigen. 

Dabei kommt es vielfach zu Kämpfen und einigen politischen Morden an führenden Vertretern der Linken, welche den Graben zwischen KPD und SPD vergrößert und die junge Demokratie bei ihrer Gründung schwer belastet.



Wahl zur verfassunggebenden Nationalversammlung

19. Januar 1919

Bei der Wahl zur verfassunggebenden Nationalversammlung von 1919 wird die SPD stärkste Kraft mit 37,9%. Das Zentrum erreicht 19,7%, die DDP 18,6%, die DNVP 10,3%, die USPD 7,6% und die DVP 4,4%. 

Gleichzeitig dürfen Frauen erstmals von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen.



Carl Ulrich wird Ministerpräsident

26. Januar 1919

Bei der Wahl zur verfassunggebenden Volkskammer des Volksstaates Hessen wird die SPD mit 44,5% stärkste Kraft. Die DDP erhält 18,9%, das Zentrum 17,6%, die DVP 10,1%, die DNVP 7,4% und die USPD 1,5%. 
Durch eine Koalition von SPD, DDP und Zentrum wird Carl Ulrich (SPD) erster frei gewählter Ministerpräsident des Volksstaates Hessen.



Friedrich Ebert wird Reichspräsident

11. Februar 1919: Weimar

Bei der Reichspräsidentenwahl von 1919 wählt die Weimarer Nationalversammlung Friedrich Ebert (SPD) mit 73,1% zum Reichspräsidenten. Er setzt sich damit deutlich gegen seine Konkurrenten Arthur Graf von Posadowsky-Wehner (DNVP) mit 12,9%, Matthias Erzberger (Zentrum) mit 0,3% und Philipp Scheidemann (SPD) 0,3% durch. 

Mit Friedrich Ebert stellt die SPD nicht nur das erste Staatsoberhaupt der Weimarer Republik, sondern überhaupt das erste Mal das Amt eines deutschen Staatsoberhauptes.



Philipp Scheidemann wird Reichsministerpräsident

13. Februar 1919

Philipp Scheidemann (SPD) wird von Reichspräsident Friedrich Ebert (SPD) zum Reichsministerpräsidenten ernannt und mit der Bildung einer Regierung beauftragt. Er wird damit der zweite Regierungschef in der Geschichte der SPD.



Marie Juchacz spricht als erste Frau vor einem deutschen Parlament


19. Februar 1919: Weimar

Nachdem am 19.1.1919 erstmals Frauen ihr Wahlrecht ausüben durften, spricht Marie Juchacz (SPD) als erste Frau vor einem deutschen Parlament. In ihrer Rede betont sie den großen Schritt zur Gleichstellung der Frau: 

"Es ist das erste Mal, dass in Deutschland die Frau als Freie und Gleiche im Parlament zum Volke sprechen darf (...) Was diese Regierung getan hat, das war eine Selbstverständlichkeit; sie hat den Frauen gegeben, was ihnen bis dahin zu Unrecht vorenthalten worden ist." 


Marie Juchacz ist als einzige Frau der Nationalversammlung an der Ausarbeitung der Weimarer Verfassung beteiligt.



SPD Groß-Umstadt gewinnt Gemeinderatswahlen

19. Juni 1919: Groß-Umstadt

Bei den Gemeinderatswahlen 1919 in Groß-Umstadt erhält die SPD mit ihrer Liste "Walter" 635 Stimmen und gewinnt 7 von 15 Sitzen. Die Deutsche Volkspartei erhält 5 Sitze und die Demokratische Partei 3 Sitze. 

 

Damit werden u.a. Johannes Lampe, Peter Hartmann und Sebastian Wunderlich Mitglieder des Gemeinderats.


Philipp Scheidemann tritt zurück - 
Gustav Bauer wird Reichsministerpräsident


20. Juni 1919

Philipp Scheidemann (SPD) lehnt die Unterzeichnung des Versailler Vertrages ab, wird aber von Seiten der OHL, des Reichspräsidenten Friedrich Ebert (SPD) und anderer Kabinettskollegen zur Unterzeichnung gedrängt, weil eine Besetzung des Reiches durch die Entente drohe. 

Nachdem die Regierungsfraktionen jedoch keine Einigung darüber erzielen können und auch keine gemeinsame Stellungnahme der Regierung erzielt werden kann, tritt Scheidemann (SPD) zurück. Sein Nachfolger im Amt wird Gustav Bauer (SPD), welcher somit der dritte Regierungschef der Sozialdemokraten wird.



Die Weimarer Verfassung tritt in Kraft

14. August 1919: Weimar

Am 31. Juli 1919 in der SPD-dominierten Nationalversammlung beschlossen und am 11. August ausgefertigt, tritt die Weimarer Verfassung am 14. August 1919 in Kraft und bildet damit die erste deutsche demokratische Verfassung. Sie löst das Gesetz über die vorläufige Reichsgewalt ab und begründete eine föderative Republik mit präsidialen und parlamentarischen Regierungselementen. Eine Vielzahl von Artikeln sind direkt aus der Paulskirchenverfassung von 1849 entnommen worden. Das kurzweilige Amt des Reichsministerpräsidenten wird damit aufgelöst und durch das traditionelle Amt des Reichskanzlers abgelöst.



Spaltung der IVSJ

November 1919: Berlin

Wie die Arbeiterbewegung und deren Parteien sich spalten, so spalten sich auch die sozialistischen Jugendorganisationen. Die "Internationale Verbindung Sozialistischer Jugend" (IVSJ) löst sich daher auf, weil die größere radikalere Strömung sich auf dem 4. IVSJ-Kongress zur "Kommunistischen Jugendinternationalen" bzw. auf englisch zur "International of the Communist Youth" zusammenschließt und die IVSJ damit faktisch umbenennt.


Gründung der AWO

13. Dezember 1919: Weimar

Die Reichstagsabgeordnete Marie Juchacz (SPD) schlägt dem SPD-Parteiausschuss vor, eine sozialdemokratische Organisation der Wohlfahrtspflege zu gründen. Bisher wird diese Arbeit als rein karitative gesehen und obliegt den Kirchen. Die Parteiführung stimmt dem Vorschlag zu. Marie Juchacz (SPD) übernimmt den Vorsitz des "Hauptausschusses für Arbeiterwohlfahrt in der SPD". Das ist die Geburtsstunde der AWO.

"Das Ziel unserer Wohlfahrtspolitik ist die Überwindung der Armut, nicht ihre Pflege", erklärt ein
AWO-Lehrbuch von 1930, worin sich die neue Organisation von anderen unterscheidet.

1920

Carl Ulrich wird Staatspräsident


20. März 1920

Nachdem die neue Landesverfassung in Kraft getreten ist, wird Carl Ulrich (SPD) zum Staatspräsidenten des Volksstaats Hessen gewählt (neue Bezeichnung des hessischen Staatsoberhauptes).


Gustav Bauer tritt zurück -
Hermann Müller wird Reichskanzler


27. März 1920

Reichskanzler Gustav Bauer (SPD) tritt nach dem Kapp-Putsch 1920 zurück, da er die Unterstützung seiner Partei und der Gewerkschaften verloren hat. Das Amt des Reichskanzlers übernimmt daher Hermann Müller (SPD), der damit insgesamt der vierte sozialdemokratische Regierungschef wird.



Hermann Müller verliert sein Amt

6. Juni 1920

Bei den ersten freien Reichstagswahlen von 1920 der Weimarer Republik wird die SPD mit 21,6% stärkste Kraft. Die USPD erhält 17,9%, die DNVP 15,1%, die DVP 14%, das Zentrum 13,6%,
die DDP erhält 8,4%, die BVP 4,2% und die KPD 2,1%. 

Die Weimarer Koalition von SPD, DDP und Zentrum erleidet starke Verluste, weshalb
Reichskanzler Hermann Müller (SPD) sein Amt an Constantin Fehrenbach (Zentrum) verliert,
welcher eine Koalition aus Zentrum, DDP und DVP eingeht.

1921

USPD Groß-Umstadt vereinigt sich mit SPD Groß-Umstadt


6. März 1921: Groß-Umstadt

Otto Sturmfels, der in der Umstädter Kommunalpolitik mehr und mehr an Einfluss gewinnt,
setzt sich besonders für die Vereinigung von USPD und SPD ein. 
Die „Einigungsversammlung“ findet am 06.03.1921 in der Gastwirtschaft Forschler statt, wo die Mitglieder beider Parteien den einstimmigen Beschluss fassen, dass „die USP sich wieder in die MSP begibt.“ 

Otto Sturmfels wird Erster, Wendelin Brohm Zweiter Vorsitzender. Mit der Vereinigung gib es vier Beisitzer:
Johannes Lampe, Georg Georg, Georg Vogel und Adam Johmann. Rechner wird Wilhelm Siegler.



Das Görlitzer Programm wird verabschiedet

24. September 1921: Görlitz

Der Görlitzer Parteitag wird zum Einen über die Debatte der Auswirkungen des Versailler Vertrages geprägt und zum Anderen über die Debatte um ein neues Parteiprogramm. 
Das letztlich beschlossene Görlitzer Programm bekennt sich explizit zur Weimarer Republik und skizziert bereits die Grundzüge einer linken Volkspartei, die für alle Teile der arbeitenden Bevölkerung offen stehen soll. 

Erklärtes Ziel ist es, von nun an auch Wählerschichten außerhalb des Proletariats anzusprechen.


Otto Sturmfels wird Mitglied es Landtags

27. November 1921

Otto Sturmfels gewinnt ein Mandat und wird somit der erster Umstädter Sozialdemokrat im hessischen Landtag. 
Die SPD wird stärkste Kraft mit 32,6%, das Zentrum erhält 17,4%, der HBB 15,1%, die DVP 14,6%,
die DDP 7,3%, die DNVP 5,4%, die KPD 3,9% und die USPD 3,8%. 

Carl Ulrich (SPD) setzt seine Koalition fort und bleibt dadurch Staatspräsident des Volksstaats Hessen.



Gründung der IWGSYO und IWY

1921: Wien und Amsterdam

In Abgrenzung zur kommunistischen ICY gründen sich 1921 aus sozialistischer bzw. sozialdemokratischer Strömung die "International Working Group of the Socialist Youth Organization" (IWGSYO), auf deutsch "Internationale Arbeitsgruppe der Sozialistischen Jugendorganisation", sowie die "International of the Working Youth" (IWY), welche auf deutsch "Internationale der Arbeiterjugend" heißt.

1922

Bürgermeisterwahl 1922


7. März 1922: Groß-Umstadt


Bei der Bürgermeisterwahl von 1922 stellt die SPD mit Johannes Lampe (SPD) erstmals
einen Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters auf. 

Leider verliert dieser gegen den Amtsinhaber Arzt mit 699 zu 1155 Stimmen.


USPD-Mitglieder kehren zur SPD zurück

27. September 1922: Nürnberg

Auf dem Vereinigungsparteitag 1922 in Nürnberg kehrt der größere Teil USPD-Mitglieder mit hochrangigen Persönlichkeiten, wie Karl Kautsky und Eduard Bernstein, zurück in die SPD. 
Schon 1918 spaltete sich der Spartakusbund, mit Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg an der Spitze, ab und ging 1919 in der KPD auf. 1920 verließ ein weiterer großer Teil die USPD und vereinigte sich ebenfalls mit der KPD.



SPD Groß-Umstadt wird erneut stärkste Kraft

19. November 1922: Groß-Umstadt

Die SPD stellt sich als „Vereinigte Sozialdemokratische Partei“ zur Gemeinderatswahl auf. Spitzenkandidat ist Johannes Lampe, gefolgt von Wendelin Brohm. Konkurrenten sind die Zentrumspartei, die „Handwerkervereinigung“, der Wahlvorschlag „Für Umstadts Wohl“ und eine Listenverbindung aus „Deutscher Volkspartei, Hess. Bauernbund und Gewerbebund“. 
Die SPD und die Listenverbindung erringen je fünf Sitze, „Für Umstadts Wohl“ drei Sitze und die beiden anderen Gruppierungen je einen Sitz. Johannes Lampe, Wendelin Brohm, Heinrich Walter, Philipp Werkmann und Wilhelm Dröll zogen für die SPD in den Gemeinderat ein.

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