1911-1914

1911

1. Internationaler Frauentag

19. März 1911

Clara Zetkin (SPD), Mitbegründerin des Aktionstages, ruft in der Frauenzeitung
"Die Gleichheit" zur Teilnahme am Frauentag auf: 

 

"Genossinnen! Arbeitende Frauen und Mädchen! Der 19. März ist euer Tag. Er gilt eurem Recht. Hinter eurer Forderung steht die Sozialdemokratie, stehen die gewerkschaftlich organisierten Arbeiter. Die sozialistischen Frauen aller Länder fühlen sich mit euch solidarisch. Heraus zum sozialdemokratischen Frauentag!"

Wichtigstes Ziel ist die Einführung Frauenwahlrechts. Der Druck geht vor allem von der SPD aus, der einzigen Partei, die sich bereits vor 1900 für Frauenrechte einsetzt.


August Bebel warnt vor Krieg in Europa

9. August 1911: Reichstag, Berlin


In seiner letzten außenpolitischen Rede im Reichstag warnt August Bebel (SPD) anlässlich der Zweiten Marokkokrise vor dem Ausbruch eines Krieges zwischen den europäischen Großmächten:

"Alsdann wird in Europa der große Generalmarsch geschlagen, auf den hin 16 bis 18 Millionen Männer, die Männerblüte der verschiedenen Nationen, ausgerüstet mit den besten Mordwerkzeugen,
gegeneinander als Feinde ins Feld rücken."

Seine Vorahnung wird leider nicht einmal drei Jahre später mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges in Erfüllung gehen.



Wahl zur Zweiten Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen-Darmstadt 1911

3. November 1911

Bei dieser Wahl wird die SPD stärkste Kraft mit 33,7%, die VFP erhält 19%, die NLP 17,2%, das Zentrum 14,2%, der BB 13,2%, der BdL 1,5% und die Antisemiten 1,2%. 

1911 wird die direkte, geheime Wahl eingeführt und das aktive und passive Wahlrecht auf Zahler aller direkten Steuern erweitert (absolute Mehrheitswahl). 1911 wird nicht die gesamte Kammer erneuert, sondern nur in den Wahlkreisen Abgeordnete gewählt, deren Mandat 1911 nach 6 Jahren abgelaufen war,
sowie in den 8 neu gebildeten Wahlkreisen. 

Nach dem Ausbruch des Weltkrieges 1914 wird die Legislaturperiode immer wieder verlängert werden, sodass bis zum Ende des Kaiserreichs eine vollständige Neuwahl der Kammer nach dem neuen Wahlrecht
nicht mehr zustande kommen wird.

1912

Reichstagswahl 1912

12. Januar 1912

Die SPD wird auch bei dieser Reichstagswahl stärkste Kraft und fährt mit 34,8% ihr bis dahin bestes Ergebnis ein. Das Zentrum erhält 16,4%, die Nationalliberalen 13,6%, die Linksliberalen erhalten 12,3%,
die Konservativen 12,2% und die Antisemiten 2,9%. 

Auch bei diesem Wahlerfolg werden die Sozialdemokraten von ihrem Mitbegründer und
Bundesvorsitzenden August Bebel (SPD) angeführt.



Manifest gegen Krieg

25. November 1912: Basel

555 Delegierte aus 23 Ländern zum treffen sich in Basel zum "Friedenskongress der Zweiten Internationale". Für die SPD sind unter anderen August Bebel, Hugo Haase und Clara Zetkin gekommen. 
Die Delegierten verabschieden ein "Manifest gegen den Krieg".
Die internationale Arbeiterbewegung verurteilt darin ohne Wenn und Aber jede Kriegstreiberei.
An einem Friedenszug durch die Stadt beteiligen sich mehr als 10.000 Menschen.

1913

Die SPD wird 50 Jahre alt


23. Mai 1913

Vor 50 Jahren gründete sich in Leipzig der ADAV als erste Arbeiterpartei unter Ferdinand Lassalle. Die daraus entstandene SPD hat es 50 Jahre später geschafft sich im Kaiserreich als stärkste Kraft zu etablieren, doch wachsender Nationalismus und imperiale Streitigkeiten werfen bereits ihren Schatten voraus...

Gleichzeitig wird die SPD einige Monate später mit dem Tod August Bebels einen ihrer Gründerväter
und ihr wohl bekanntestes Gesicht verlieren.



August Bebel stirbt -
"Treu übers Grab hinaus, des Volkes bestem Sohne,
gedenken Dein, der Arbeit Bataillone"


13. August 1913: Pasugg


August Bebel (SPD) stirbt in Passugg (Schweiz) während eines Sanatoriumsaufenthaltes an Herzversagen. 
Bis zu seinem Tod war der Arbeiterkaiser Reichstagsabgeordneter und Vorsitzender der SPD. Er war ihre Stimme, ihr bekanntestes Gesicht, er hielt in der größten Erregung alle Flügel der Partei zusammen.
Eduard Bernstein nach war er „die Verkörperung der Partei“.
Fast zehntausend Menschen folgen Bebels Sarg auf den Friedhof in Zürich-Sihlsfeld und
geben ihm eine Bestattung, die eines Kaisers würdig wäre.
Postkarten mit Bebels berühmtem Porträt werden massenhaft als Treueschwüre versandt.

1914

SPD stimmt Kriegskrediten zu


4. August 1914: Reichstag, Berlin

Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs bricht innerhalb der SPD ein Streit über die Bewilligung der Kriegskredite aus. Während die einen durch Zustimmung die Diffamierungen als "vaterlandslose Gesellen" entkräften wollen und die Verteidigung des Reiches gegen das rückständige zaristische Russland betonen, fordern andere einen radikal-pazifistischen Kurs und die Ablehnung der Kriegskredite. 

Die Fraktion beschließt mit 78 gegen 14 Stimmen deren Annahme und stimmt der Bewilligung im Reichstag zu. Die Risse zwischen der revolutionären und der reformorientierten Strömung der SPD werden damit größer.



Die Zweite Internationale zerbricht


Da die jeweiligen nationalen Parteien, wie beispielsweise die deutsche SPD, die österreichische SDAP, die französische SFIO und die englische Labour, aufgrund der Burgfriedenspolitik die Haltungen ihrer nationalen Regierungen annehmen, zerbricht die Zweite Internationale mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges.

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