Bis vor wenigen Monaten gab es in Groß-Umstadt eine wichtige Anlaufstelle für Menschen, die Unterstützung in sozialen Fragen und bei Rentenangelegenheiten suchten: die Sozial- und Rentenberatung. Das Angebotwurde mit Verweis auf die Belastung des städtischen Haushalts, auf telefonische und digitale Beratungsangebote sowie auf ein angeblich regelmäßig nach Groß-Umstadt kommendes Beratungsmobil der Deutschen Rentenversicherung von den übrigen Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung abgeschafft. In der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses wurde nun deutlich, dass dieses Beratungsmobil Groß-Umstadt künftig nicht mehr anfahren wird. „Damit ist klar, dass die Abschaffung der Sozial- und Rentenberatung eine echte Lücke hinterlassen hat“, erklärt Daniela Stoeckel, Vorsitzende des Sozialausschusses. „Viele Menschen in unserer Stadt, insbesondere ältere Bürgerinnen und Bürger, Menschen mit geringem Einkommen oder eingeschränkter Mobilität, sind auf eine wohnortnahe, persönliche Beratung angewiesen.“
Die Hoffnung, das Angebot der Deutschen Rentenversicherung könne die weggefallene Beratung ersetzen, habe sich damit nicht erfüllt. Die Rückmeldungen im Sozialausschuss zeigten eindeutig, dass Groß-Umstadt hiervon nicht profitieren werde. „Wer die Beratung vor Ort abschafft, muss auch sicherstellen, dass es eine funktionierende Alternative gibt. Das ist hier nicht der Fall“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende Marvin Donig weiter. Aus Sicht der SPD handelt es sich um ein sozialpolitisches Versäumnis. Die Sozial- und Rentenberatung sei kein freiwilliger Zusatz, sondern ein wichtiger Bestandteil kommunaler Daseinsvorsorge. Gerade angesichts zunehmend komplexer Sozial- und Rentensysteme brauche es niedrigschwellige Unterstützung und verlässliche Ansprechpartner vor Ort.
Die SPD Groß-Umstadt fordert daher eine Neubewertung der Entscheidung und eine ernsthafte Diskussion darüber, wie eine verlässliche Sozial- und Rentenberatung für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt wieder sichergestellt werden kann. „Soziale Teilhabe darf nicht davon abhängen, ob man mobil ist oder sich im Behördendschungel allein zurechtfindet“, betont der SPD-Parteivorsitzende Dennis Alfonso Muñoz abschließend.

