Seit einigen Jahren sind die Einwohnerzahlen in Groß-Umstadt leicht rückläufig. „Dies liegt weniger an der mangelnden Attraktivität unserer Stadt, sondern eher daran, dass in Groß-Umstadt seit rund 20 Jahren kein größeres Baugebiet mehr ausgewiesen wurde,“ sagt Ortsvorsteher Klaus Mahla. Um zu verhindern, dass sich dieser Trend weiter verstärkt, muss dringend und vor allem für junge Familien Wohnraum geschaffen werden.
Dabei ist jedoch zu beachten, dass sich die Anforderungen und der Bedarf nach Wohnraum verändert haben und die Ausweisung neuer Wohngebiete im klassischen Sinne wie in der Vergangenheit dem Bedarf nur noch teilweise gerecht wird. Dies zeigt sich zum Beispiel daran, dass der Anteil kleinerer Haushalte steigt oder Arbeitnehmer heute flexibler bezüglich ihres Wohnorts sein müssen als früher.
SPD Fraktionsvorsitzender Jens Zimmermann bringt die Forderung auf den Punkt: „Für uns als SPD ist wichtig, dass Immobilien in neuen Wohngebieten für Normalverdiener finanzierbar sind und auch Bürgerinnen und Bürger mit kleinem Einkommen bezahlbaren Wohnraum finden.“
Um dieses Ziel zu erreichen, kann nach Meinung der SPD nicht einfach blind drauflosgebaut werden. Daher soll eine Wohnraumanalyse Aufschluss darüber geben, welche Anforderungen es gibt, welcher konkrete Bedarf an Häusern und Wohnungen besteht, in welchem Verhältnis Miete zu Eigentum stehen sollten und welche finanziellen Spielräume die verschiedenen Zielgruppen haben. Mit dieser fundierten Grundlage sollen danach Entscheidungen getroffen werden, an welcher Stelle welcher neue Wohnraum geschaffen werden soll. Wichtig dabei ist, dass die Entwicklung in der Hand von Groß-Umstadt bleibt, um Fehlentwicklungen und damit langfristige Nachteile für Groß-Umstadt zu vermeiden.
Der Bedarf an Wohnraum besteht ohne Zweifel. Daher sollen nach Meinung der SPD Fraktion in Umstadt zeitnah zwei Baugebiete erschlossen werden. Dabei handelt es sich einerseits um das Gebiet „Am Eichbaum“ im Bereich der Gustav Hacker Siedlung und andererseits um das Gebiet unterhalb des Krankenhauses. Hier soll nach Meinung der SPD dringend benötigter Wohnraum geschaffen werden, der unter anderem durch die neu geschaffenen Arbeitsplätze im Gesundheitsbereich benötigt wird. Wichtig ist nach Meinung der SPD, dass in diesen Gebieten dann auch die passenden Häuser und Wohnungen entstehen.