Nicht nur die Ansprüche von Familien an das Betreuungsangebot der Kindertagesstätten haben sich verändert. Obwohl Groß-Umstadt im Landkreis Darmstadt-Dieburg einer der Spitzenreiter beim Angebot von Plätzen für unter Dreijährige ist, steigt die Nachfrage weiter an. Dieser zunehmenden Nachfrage soll mit einem Ausbau der Betreuungsplätze für Kinder unter drei auf 45% der Zahl eines Jahrgangs begegnet werden. Bei den Plätzen für Kinder über drei Jahren ist gleichzeitig eine teilweise Nichtauslastung der vorhandenen Einrichtungen zu verzeichnen. Daher sieht die Groß-Umstädter SPD Handlungsbedarf.
Eine Kindertageseinrichtung in Groß-Umstadt soll als Familienzentrum ausgebaut werden. Hierbei sind nicht bauliche Maßnahmen, sondern das Angebot sogenannte niedrigschwelliger Angebote, insbesondere für junge Familien gemeint. Dort soll vor allem vorschulische Sprachförderung und die Unterstützung der Familien durch intensivere Zusammenarbeit in oder außerhalb der Kindertageseinrichtungen stattfinden - mit Angeboten der Familienhilfe wie Familienberatung, Familienbildung, ASD und Familienpflegedienste.
Die SPD-Fraktion Groß-Umstadts favorisiert außerdem den raschen Bau eines Zentrums für Bildung und Betreuung von Kindern ab einem bis zu zehn Jahren am Geiersberg. Dort könnten verschiedene Betreuungsmöglichkeiten unter dem Dach eines Familienzentrums zusammengefasst werden. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung bieten sich mit dieser Lösung zahlreiche Möglichkeiten eine bessere Struktur der Einrichtungen zu erhalten. Außerdem wird das erfolgreiche pädagogische Konzept der Verzahnung von frühkindlicher Bildung und Grundschule fortgesetzt.
Der Text des Antrags an die Stadtverordnetenversammlung lautet konkret:
In der Kindertagesstätte „Haus der Kinder“ werden zusätzliche Plätze in Gruppenstärke für Kinder unter drei Jahren geschaffen.
Die Kindertagesstätte KIZ Pestalozzischule wird zur zentralen Anlaufstelle für Familien - einem Familienzentrum weiterentwickelt. Dessen besondere unterstützende Familiendienstleistungen sind am spezifischen Groß-Umstädter Bedarf zu orientieren.
Der Magistrat wird beauftragt Verhandlungen mit dem Landkreis zu führen mit dem Ziel des Neubaus einer Kindertagesstätte an der Geiersbergschule. Die Planungen sind in 2012 durchzuführen. Der Bezug der Einrichtung ist unter Anbetracht der optimalen Ausnutzung von Fördergeldern für Sommer 2013 zu planen.
Die Beibehaltung der Kindergärten in den Stadtteilen gilt weiterhin als wichtiger Bestandteil der dortigen Infrastruktur. Hier sollen alle Maßnahmen in Erwägung gezogen werden, die den Fortbestand/die Auslastung des jeweiligen Kindergartens fördern.