Zwei Tage intensiver Arbeit und Diskussion standen am vergangenen Wochenende auf dem Programm von rund 40 Mitgliedern der SPD Groß-Umstadt und parteilosen Kandidatinnen und Kandidaten. In zehn Arbeitsgruppen wurde der Entwurf des Wahlprogramms für Groß-Umstadt seit dem Herbst erarbeitet. Dabei wurden explizit auch Experten und Menschen außerhalb der Partei eingebunden. Die Ergebnisse wurden nun bei einer Klausurtagung in Groß-Umstadt Stück für Stück präsentiert und die Rückmeldungen und Anregungen von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern integriert. „Wir haben uns sicherlich nicht den einfachsten Weg ausgesucht, aber mit diesem Verfahren haben ein Höchstmaß an Transparenz und Qualität erreicht. Das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen,“ so SPD Fraktionsvorsitzender Alois Macht.
Hohe Lebensqualität bewahren und ausbauen
Sehr intensiv diskutiert wurden unter anderem die Themen Stadtentwicklung, Energie und Kinderbetreuung. Die SPD sieht in der zukünftigen Entwicklung von Groß-Umstadt mit seinen Stadtteilen eine der wichtigsten Herausforderungen der kommenden Jahre. Einig war man sich, dass es für Groß-Umstadt vor allem darum gehen wird seine hohe Lebensqualität zu bewahren und auszubauen. Statt gesichtsloser Neubausiedlungen soll Groß-Umstadt sein Flair behalten. Dazu müssen nach Meinung der Sozialdemokraten drei wichtige Faktoren beachtet werden: Der demografische Wandel, der Klimawandel und auch der wirtschaftlichen Wandel. Als wichtigen Teil der Lebensqualität in Umstadt und den Stadtteilen sieht die SPD die vielen Vereine und das kulturelle Leben. Deshalb sollen auch in Zukunft die Jugendarbeit und Investitionen der Vereine unterstützt werden. Auch das Kulturprogramm stellt einen wichtigen Baustein der Lebensqualität dar und soll auch in schwierigen Zeiten erhalten bleiben.
Vorbildliche Kinderbetreuung soll noch besser werden
Sehr erfreut zeigten sich die Teilnehmer der Diskussion über das Wahlprogramm von den jüngst veröffentlichen Zahlen der IHK Rhein-Main, die Groß-Umstadts Betreuungsangebot für unter 3 Jährige in Südhessen unter den besten Städten sieht. Doch trotz dieser Position soll das Angebot in den Kindergärten und Horten weiter ausgebaut werden. Dabei ist der SPD vor allem auch die Qualität der Angebote wichtig. Der Neubau des Kindergartens in Semd ist ein Vorbild für die Zusammenarbeit von Kindergärten und Grundschulen. Dieses Konzept soll in Zukunft ausgebaut und in möglichst vielen Kindergärten und Grundschulen eingeführt werden.
Gemeinsam Umstädter Energiekonsens entwickeln
Einen wichtigen Bestandteil des Wahlprogramms bildet der Bereich Energieversorgung. Die Diskussion über die Nutzung der Windkraft greift in Augen der SPD zu kurz. Statt einer Diskussion über weitere Windräder will die SPD zunächst ein Energiekonzept für Groß-Umstadt entwickeln. Darin sollen zunächst klare Ziele definiert werden, wie Groß-Umstadt in Zukunft mit Strom und Energie versorgt werden soll. In einem zweiten Schritt wünscht sich die SPD dann eine Diskussion über die Erreichung dieser Ziele. „Dieses Energiekonzept kann nur gemeinsam entstehen. Wir wollen mit allen Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen, Verbänden, der Wirtschaft, den Kirchen und den Parteien über einen Umstädter Energiekonsens diskutieren. Dieser Konsens soll dann Grundlage aller weiteren Entscheidungen sein,“ so Karl Dörr.
Stadtteile sind wichtig für Groß-Umstadt
Einen wichtigen Teil der Beratungen nahm auch die Zukunft der Stadtteile ein. Dabei wurde vor allem die Bedeutung der Infrastruktur vor Ort hervorgehoben. Kindergärten, Bürgerhäuser und Veranstaltungsräume sowie die Hallen und Sportplätze sind wichtig für das Leben in den Dörfern. Daher sollen diese Einrichtungen auch in Zukunft in der Fläche erhalten bleiben. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Jens Zimmermann sagt dazu: „Die SPD will in den kommenden Jahren die notwendigen Mittel bereitstellen um anstehende Renovierungen an Bürgerhäusern und Hallen vorzunehmen. Die vorbildliche Arbeit der Vereine und Initiativen vor Ort braucht auch vernünftige Räumlichkeiten.“ Eine wichtige Rolle für die Lebensqualität in den Stadtteilen stellt nach Meinung der SPD vor allem die Sicherung der Kindergarten und Grundschul-Standorte. Rückläufige Kinderzahlen dürfen keine Ausrede für Einsparungen an diesen wichtigen Einrichtungen sein. „Für uns gilt auch in den kommenden Jahren der Grundsatz „kurze Beine, kurze Wege“ vor allem um die Attraktivität der Stadtteile zu erhalten“, so Ortsvereinsvorsitzender Matthias Kreh.