SPD-Fraktion stellt Fragen zur Zukunft der Kita „Kleine Arche“

Veröffentlicht am 08.01.2026 in Kommunalpolitik

Kündigung des Betriebsvertrags wirft grundlegende Fragen zur Kita-Planung in Groß-Umstadt auf

Die SPD-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung Groß-Umstadt hat eine umfassende Anfrage an den Bürgermeister zur Zukunft der evangelischen Kindertagesstätte „Kleine Arche“ in Richen gestellt. Anlass ist die Pressemitteilung des Evangelischen Dekanats Vorderer Odenwald vom 8. Januar 2026, wonach der bestehende Betriebsvertrag mit der Stadt zum Jahresende 2025 gekündigt wurde.

Hintergrund der Kündigung ist nach Angaben des Dekanats die Entscheidung der Stadt und der politischen Gremien, den ursprünglich geplanten Neubau einer 5-gruppigen Kindertagesstätte in der St.-Péray-Straße nicht weiter zu verfolgen. Dieser Neubau sollte perspektivisch auch die bekannten baulichen Probleme der Kita „Kleine Arche“ lösen. Das Gebäude ist seit Jahren sanierungsbedürftig. Genannt werden unter anderem Probleme mit Statik, Brand- und Blitzschutz sowie ein anhaltender Legionellenbefall. Der Träger ist verpflichtet, den Betrieb der Einrichtung noch bis Ende 2026 aufrechtzuerhalten. Aktuell werden dort 54 Kinder betreut.

„Die Kündigung des Betriebsvertrags ist ein deutliches Warnsignal“, erklärt die SPD-Fraktion. „Gerade weil die Verwaltung selbst im Herbst 2025 vorgeschlagen hatte, auf den Neubau zu verzichten und stattdessen die Option einer Erweiterung der Kita ‚Kleine Arche‘ um zwei bis drei Gruppen ins Spiel gebracht hat, stellt sich nun die Frage, wie tragfähig diese Planung tatsächlich war.“

Mit ihrer Anfrage will die SPD-Fraktion klären, ob und in welcher Form Gespräche mit kirchlichen und freien Trägern geführt wurden, bevor die Abplanung des Neubaus vorgeschlagen wurde, und ob der Stadt bereits zu einem früheren Zeitpunkt bekannt war, dass der Träger eine Kündigung in Erwägung zieht. Ebenso fragt die SPD nach den konkreten Konsequenzen für die gesamte Kita-Bedarfsplanung.

Ein weiterer Schwerpunkt der Anfrage ist die Sicherstellung des Rechtsanspruchs auf einen Kita-Platz über das Jahr 2026 hinaus. Die SPD-Fraktion möchte wissen, welche konkreten Maßnahmen vorgesehen sind, um die wegfallenden Plätze zu kompensieren. Dabei geht es unter anderem um mögliche Interimslösungen, einen Neubau oder die Erweiterung anderer Einrichtungen.

Auch die finanziellen Auswirkungen stehen im Fokus. Die SPD fragt, ob die Entscheidung gegen den Neubau in der St.-Péray-Straße angesichts der aktuellen Entwicklung neu bewertet werden muss und ob entsprechende Mittel wieder in die Haushaltsplanung aufgenommen werden müssen. „Für Eltern, Beschäftigte und Träger ist Verlässlichkeit entscheidend“, betont die SPD-Fraktion. „Deshalb erwarten wir vom Bürgermeister klare Antworten, eine transparente Kommunikation und gegebenenfalls eine ehrliche Neubewertung der bisherigen Kita-Planung. Kinderbetreuung ist eine kommunale Pflichtaufgabe. Sie muss vorausschauend und gemeinsam mit den Trägern gestaltet werden.“

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